Mit den ersten kühleren Tagen, bunten Blättern und häufigem Nebel beginnt für Auto- und Motorradfahrer:innen eine Jahreszeit, die besondere Aufmerksamkeit erfordert. Der Herbst bringt nicht nur eine wunderschöne Landschaft mit sich, sondern auch zahlreiche Herausforderungen im Straßenverkehr.
Von Daniel Lindinger, Chefinstruktor der ARBÖ Fahrsicherheit
Laub: Schöner Anblick, tückische Gefahr
Herabgefallenes Laub kann bei Nässe äußerst rutschig sein. Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte abruptes Bremsen bzw. Beschleunigen oder starke Schräglagen auf laubbedeckten Fahrbahnen vermeiden. Autofahrer sollten den Sicherheitsabstand vergrößern und ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen.
Nebel und schlechte Sicht
Im Herbst nimmt die Zahl der Nebeltage deutlich zu. Oft wird die Sicht innerhalb weniger Meter stark eingeschränkt. Deshalb gilt: Geschwindigkeit reduzieren, ausreichend Abstand halten und das Abblendlicht einschalten. Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte dürfen nur verwendet werden, wenn die Sicht tatsächlich stark eingeschränkt ist. Besonders wichtig ist es, jederzeit so zu fahren, dass innerhalb der einsehbaren Strecke angehalten werden kann.
Früh dunkel – besser gesehen werden
Die Tage werden kürzer und viele Fahrten finden bereits in der Dämmerung oder Dunkelheit statt. Eine funktionierende Fahrzeugbeleuchtung ist daher unverzichtbar. Verschmutzte Scheinwerfer oder Rückleuchten können die Sicht und Sichtbarkeit erheblich beeinträchtigen. Ein kurzer Lichtcheck vor Fahrtantritt erhöht die Sicherheit.
Gerade Motorradfahrer profitieren zusätzlich von heller oder reflektierender Schutzbekleidung, um von anderen Verkehrsteilnehmern früher erkannt zu werden.
Wildwechsel nimmt zu
Im Herbst sind Rehe, Hirsche und Wildschweine besonders aktiv. Vor allem in den Morgen- und Abendstunden sowie entlang von Waldrändern ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Wer ein Wildtier am Straßenrand entdeckt, sollte sofort Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit sein und mit weiteren Tieren rechnen. Riskante Ausweichmanöver sind oft gefährlicher als eine kontrollierte Bremsung.
Vorausschauendes Fahren ist der beste Schutz
Gerade im Herbst ändern sich die Straßenverhältnisse oft innerhalb weniger Kilometer. Nasse Fahrbahnen, Nebel, tief stehende Sonne oder plötzlich auftretendes Laub verlangen eine angepasste Fahrweise. Wer genügend Sicherheitsabstand einhält, defensiv fährt und sein Fahrzeug in technisch einwandfreiem Zustand hält, reduziert das Unfallrisiko deutlich.
Mein Appell an alle Verkehrsteilnehmer: Nehmen Sie sich im Herbst etwas mehr Zeit für Ihre Fahrten. Ein paar Minuten später anzukommen ist immer besser, als unnötige Risiken einzugehen. Mit Aufmerksamkeit, Rücksicht und einer angepassten Fahrweise kommen wir alle sicher durch den Herbst.
Foto: Magnific.