In Süßenbrunn sorgt ein fehlender Kanalanschluss für Bewohnerinnen und Bewohner weiter für Ärger. Denn aufgrund dessen sind sie bis heute auf Senkgruben angewiesen. Daran wird sich so schnell nichts ändern: Ein entsprechender Antrag auf Bezirksebene für eine Verbesserung der Situation wurde aus Kostengründen nun abgelehnt.
Jüngere Semester kennen sie gar nicht mehr so, jedenfalls ist sie nicht mehr so häufig verbreitet: Die Senkgrube. Diese ist ein Sammelbehälter im Außenbereich von Häusern und sammelt das Abwasser, das im Haus entsteht. Dafür gibt es eigene Senkgrubenzonen, die entsprechend ausgewiesen sind. In den meisten Teilen des 22. Bezirks ist die Senkgrube mit dem Anschluss an das Kanalnetz der Stadt Wien überflüssig geworden – aber nicht in allen: In der Bettelheimstraße in Süßenbrunn sind bis heute einige Anrainerinnen und Anrainer auf sie angewiesen, weil es keinen Kanalanschluss gibt.
Dafür zahlten sie bisher im Rahmen von „Billigere Senkgrube“ einen Betrag von 2,35 Euro pro Kubikmeter an Wien Kanal für die Räumung. Diese Aktion läuft mit 1. Juli aus, danach steigt die Gebühr auf mehr als das Zehnfache auf 29,56 Euro an. Von Wien Kanal wird das damit begründet, weil in diesem Gebiet kein Kanalanschluss mehr hergestellt wird; so sei auch der Zweck, eine „billigere Senkgrube“ bis dahin anzubieten, nicht mehr gegeben. Das sorgt für Ärger: Für die Betroffenen ist nicht nachvollziehbar, warum die Aktion „Billige Senkgrube“ eingestellt wurde.
Michaela Löff, Klubobfrau der ÖVP Donaustadt, brachte dazu einen Antrag in der Bezirksvertretung für den Kanal-Anschluss der betroffenen Haushalte ein: „Es kann nicht sein, dass Menschen im Wiener Stadtgebiet im Jahr 2026 noch immer ohne Kanalanschluss leben und dann auch noch mit explodierenden Kosten belastet werden.“ Aber: Der Antrag wurde kürzlich abgelehnt. „Die Ablehnung im Umweltausschuss beruht auf der Einschätzung der Wien Kanal, dass die in diesem Fall besonders hohen Kosten für die Erschließung unverhältnismäßig hoch für die wenigen Haushalte, um die es hier geht, wären“, so Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy. Löff kontert: „In diesem Fall geht es längst nicht nur ums Geld. Senkgruben sind aus heutiger Sicht keine zeitgemäße Lösung. Eine moderne Abwasserinfrastruktur ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Umweltschutzes.“ Man darf gespannt sein, wie es hier weitergeht, im Juni wird in der Bezirksvertretungssitzung darüber abgestimmt.
Foto: zVg.






