Kurzentschlossene, aufgepasst: Von 4. bis 7. September findet in Kenny’s Snooker Center in Süßenbrunn das große, internationale Billard-Turnier statt, bei dem Akteure aus aller Welt zusammenkommen und artistische und fast unmöglich scheinende Tricks mit Queue und Kugeln auf den Tisch zaubern. Das alles erfordert viel Arbeit und Training, wie Ken Dahlke im Gespräch bestätigt – sein außergewöhnliches Können prägte sich der großen Allgemeinheit bereits in ganz jungen Jahren eindrucksvoll ein.
Wir alle kennen Billard, die dazugehörigen Tische samt Spielgerät und die entsprechenden Orte und Lokalitäten, wo man sein großes oder weniger umfangreiches Können vorführt. Landet eine Kugel im Loch, freut man sich, weiß aber zugleich: Was bei unsereins da und dort gewollt oder glücklich ist, ist für andere Profitum. Beim Snooker etwa, einer Spielart, bei der das klassische Poolbillard Einflüsse mitbringt, erschweren kleinere Kugeln mit ebenso kleineren Taschen (die vermeintlichen „Löcher“) und größere Tische, sowie anspruchsvollere Regeln die Angelegenheit. Und geht man das Ganze auch noch artistisch an mit Tricks und Akrobatik, dann ist man da gelandet, wo sich Ken Dahlke seit Jahrzehnten bewegt.
„Wenn Leute Billard-Artistik sehen, dann ist das immer spannend und spektakulär. Es geht um vorgefertigte Lösungswege, die es zu erreichen gilt und das macht es auch so attraktiv“, erzählt er. Oder anders gesagt: Gelingt ein Trick-Schuss, freuen sich alle – das Publikum über das Spektakel und der Spieler bzw. die Spielerin über das Meistern einer schweren Herausforderung: „Das macht den großen Reiz aus. Es braucht hier aber viele Jahre Erfahrung, um ein entsprechendes Feuer entfachen zu können“. Dieses Feuer war beim 41-jährigen Wiener schon in ganz jungen Jahren am sprichwörtlichen Lodern, Billard-Trickshots übte er mit seinem Vater und perfektionierte die Ausführungen schließlich. Der Lohn: Ein staunendes und riesiges Publikum international, als er als Kind 1994 und 1998 zu „Wetten, dass…?“ eingeladen wurde und bei seinem Können nicht nur Moderator Thomas Gottschalk der Mund offen blieb.
Schon als Bub war Dahlke fasziniert von den Trickshots, „aber es braucht hier viel Zeit und Liebe zum Sport – und Frust-Resistenz.“ Denn während beim breitenwirksamen Poolbillard schnell Erfolge sichtbar sind (die erwähnten schnellen Treffer), kann es in der „Carambol-Artistik“, so der Fachbegriff, „mitunter Tage dauern, bis man einen Punkt macht.“ Geduld und Disziplin sind hier ebenso ständige Begleiter wie auch der Spaß an der Sache. Den hatte Ken Dahlke jedenfalls lange, bevor 2008 schließlich das Snooker Center von seinem Vater als Geschäftsführer übernahm. Viele Jahre war man in Stadlau beheimatet, bevor man später nach Süßenbrunn ging – und zahlreiche Gäste aus dem 22. Bezirk bis heute aus allen Richtungen vorbeikommen. Seit 2017 ist man als Verein bzw. als Sportstätte registriert.
Kurios: Weil sich das Lokal genau an der Grenze zu Gerasdorf befindet, hat es auch zwei unterschiedliche Postkästen, „drei Seiten gehören noch zur Donaustadt, eine zu Gerasdorf“, lacht Dahlke. Praktisch, dass sich da die Schnellbahn fast direkt um die Ecke befindet (Station „Süssenbrunn“) – auch, weil man für den anstehenden „Austrian CEB Grand Prix Artistic“ großes Publikumsinteresse aus dem In- und Ausland erwartet. Hier kommen vom Donnerstag, 4.- Sonntag, 7. September SpielerInnen aus ganz Europa zusammen, dazu etwa aus Japan oder Mexiko. „Es ist Zeit, dass bei uns wieder ein großes Turnier stattfindet“, zeigt sich Ken Dahlke stolz, weil ein zuständiges Komitee seinen Spielort zum Zentrum des Geschehens bestimmt hat: „Zuletzt war das in Österreich 1992 der Fall – und es muss sich auch immer jemand finden, der es organisiert.“ Durchaus neidvoll fällt also der Blick auf Länder wie die Türkei, wo die Regierung viel in den Sport investiert, ganze Billardhallen voller Carambol-Tische errichtet hat und so etwa Ankara als Billard-Hotspot verankerte. Dort fand im vergangenen Jahr auch die Weltmeisterschaft statt, Dahlke und Österreich erreichten den 20. Platz.
„Österreich war lange nicht wirklich aktiv, ich versuche, die Leute wieder mehr in die Artistik hineinzubringen“, sagt er, der selbst zwischendurch 15 Jahre pausierte. Als die Kontaktaufnahme vom Verband erfolgte und im Jahr seines Comebacks auch sein Vater starb, „hat mir der Sport Halt gegeben. Ich wollte in der Billardszene etwas erreichen und habe mir gedacht: Wenn schon, denn schon!“ Die zahlreichen Tische, um die bei unserem Besuch diverse Spieler üben, belegen das; aber vor allem der spezielle Artistik-Tisch, der einzige dieser Art in Österreich, erzählt optisch seine eigene Geschichte. Es ist auch die von Ken Dahlke: Löcher im Belag, Kratzer, Fahrer und offenkundiger Materialverschleiß belegen, dass hier viele Übungsstunden abgehalten wurden. Die schließlich Ansporn für den weiteren Weg waren und künftig andere animieren sollen.
Austrian CEB Grand Prix Artistic 2025
Donnerstag, 04.- Sonntag, 07. September 2025
Kenny’s Snooker Center, Industriestraße 5, Gerasdorf bei Wien
Eintritt ist frei, Infos unter: https://kennys-snooker.at
Fotos: Kenny’s Snooker Center/DBZ/zVg








