Es kommt nicht so oft vor, dass sich zu einer bestehenden Linie eine neue Station dazu gesellt; so geschehen am vor einigen Wochen, als der „Lina-Loos-Platz“ auf der U2 zwischen der Aspernstraße und der Hausfeldstraße aus der Taufe gehoben wurde.
Lina Loos war eine österreichische Schauspielerin und kurze Zeit mit dem für Wien bedeutenden Architekten Adolf Loos verheiratet – dessen visionäre Bauwerke, wie das im Volksmund bekannte „Loos-Haus“ am Michaelerplatz, zieren immer noch das Stadtbild. Seine ehemalige Frau wiederum setzte sich als Schauspielerin und Schriftstellerin vor allem für die Rechte ihres Geschlechts ein und gilt als Pionierin der Emanzipation. Loos engagierte sich zudem als Friedensaktivistin und war Mitglied des Österreichischen Friedensrates sowie des Bundes demokratischer Frauen – und damit ihrer Zeit voraus.
Ihr zu Ehren wurde nun eine neue Haltestelle der U2-Strecke benannt, welche die Wiener Linien Mitte Jänner offiziell eröffneten. Diese liegt im 22. Bezirk, nämlich zwischen den Stationen Aspernstraße und Hausfeldstraße und ist somit die 21. Station auf der violetten Streckenführung. Interessant ist dabei: Das Fundament für die Station selbst steht seit 2013, als man die U2 generell bis in die Seestadt verlängerte. Nur in Betrieb nahm man diesen Halt bisher nicht; vor einigen Jahren entschloss man sich aber, die Station aufgrund der Entwicklung des Stadtgebiets ringsherum („Oberes Hausfeld“) fertigzustellen. Schließlich rechnet die Stadt Wien hier mit rund 8.000 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern, die in den nächsten Jahren in die Gegend ziehen werden.
Ein urbanes Viertel mit 3.700 Wohnungen samt Bildungs- und Freizeiteinrichtungen und natürlich auch Grünräumen ist in der Entstehung – bereits jetzt sind am Dach der neuen U-Bahnstation über 70 Photovoltaikmodule montiert, die umweltfreundliche Energie produzieren.
Fotos: Wiener Linien/Wöhrer/Carl Pietzner – ÖNB Digital.







