Sie erinnern sich noch noch an die Episode von „Irina & Katy ermitteln“, die sich vor zwei Ausgaben dem Thema „Alpakas in der Donaustadt“ widmete? Hier erreichte und der ein- oder andere spannende Kontakt samt Infos. Auf den Punkt gebracht, geht es um Alpakas, die auf einem Privatgrundstück in Aspern gehalten werden, neben vielen anderen Tieren. Dort entstand über den Lauf der Zeit viel Lärm, Schmutz und so manch brenzlige Situation. Zum Leidwesen der direkt benachbarten Anrainerschaft. Nun scheint die Situation – zumindest vorübergehend – etwas entschärft, denn die Alpakas wurden abtransportiert und haben nun scheinbar ein neues Zuhause.
Als sie ankamen, waren sie natürlich ein Blickfang: Vier Alpakas, majestätische Tiere, die man in unseren Breitengraden nicht so häufig zu Gesicht bekommt. Sie wurden am Hagedornweg in Aspern auf einem Privatgrundstück gehalten, zusammen mit Hühnern, Enten und Tauben. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Siedlungsgebiet, wodurch die (menschlichen) Nachbarn natürlich die ersten Adressaten waren, für alles, was mit der tierischen Gesellschaft einherging – eine ganz besondere Kulisse in Sachen Lautstärke, aber auch Gerüche und der ein oder andere Aufreger. Nach anfänglicher Belustigung über die neue Situation fiel etwa die Unterbringung der Tiere auf, den die hygienischen Umstände verschlechterten sich immer mehr und dadurch stieg der Ärger. „Zuerst dachte man gutgläubig, dass die Besitzerin und Halterin alte oder kranke Tiere sammelt, um sie zu pflegen. Aber sie was scheinbar auch überfordert und ist bis heute nur sporadisch am Grund zu sehen“, hieß es von den Anrainern zur dbz. Der Begriff des „Animal Hording“ kursierte schnell. So brachen Tiere wie ein Alpaka aus dem Gelände aus, was mit dem Straßenverkehr daneben schnell in gefährliche Situationen hätte münden können. Enten bleiben im Maschendrahtzaun stecken, dazu kamen Ratten und Marder, die sich Hühnereier oder Futter schnappten, Krähen kämpften um Brotreste, die wiederum Familien oder Schaulustige zum Gehege brachten. Damit einher ging die Verschmutzung und der Lärm für die Nachbarn der Einfamilienhäuser und der Genossenschaftsbauten daneben.
„So süß die Tiere auch aussehen, ist die tierische Nachbarschaft mittlerweile für die Anrainer eine echte Belastung. Die Alpakas schreien oft stundenlang. Das ist auch für die Tiere belastend ist und weil sich die Tierhalterin nicht darum kümmert, schmerzt dies zusätzlich“, heißt es. Selbige wäre nur sporadisch am Grund gewesen, wo sich Urin, Kot und Müll türmten: „Die bei jeder Witterung im Freien aufgestellten Kisten mit zum Teil verdorbenen Obst- und Gemüse sowie anderen Lebensmitteln haben dann noch weitere Ratten und Ungeziefer angezogen.“ Gespräche mit der Halterin halfen in der Vergangenheit nur bedingt, auch Besuche der MA60 Veterinäramt oder der Polizei sorgten „immer nur kurz für Ruhe. Durch die ganze Bürokratie dahinter mit Auflagen und Nachbesserungen zieht sich die ganze Causa mittlerweile wie ein Strudelteig“, so eine Anrainerin, die anonym bleiben möchte: „Einzig das Engagement der Tierombudsstelle Wien hat uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten bisher sehr geholfen, damit sich die Situation verbessert.“
Als die dbz dieser Tage bei besagtem Gelände vorbeischauen wollte, waren die Alpakas plötzlich verschwunden. „Abtransportiert“ hieß es vonseiten der Nachbarn. Auf Nachfrage der dbz erklärt Susanne Kerbl, Amtstierärztin der MA 60 (Veterinäramt & Tierschutz): „Die Alpakahaltung wurde von unseren Amtstierärztinnen- und Tierärzten wiederholt kontrolliert, bevor sie vor einigen Wochen beendet und die Tiere weitergegeben wurden. Es gibt unseres Wissens keine Pläne, dass an diesem Ort wieder Alpakas gehalten werden sollen.“ Genauere Auskünfte können aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt werden, aber es scheint somit wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein, in die Siedlung am Hagedornweg. Ob die Alpakas irgendwann aber doch wiederkommen? Und was passiert mit den anderen (Klein-) Tieren, die noch am Privatgrund leben, wer kümmert sich um diese? „Wir wünschen uns einfach eine artgerechte Unterbringung und Versorgung der Tiere und ein Ende des Tierleids“, heißt es aus der Siedlung: „Und für uns unsere Lebensqualität zurück.“
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Fotos: Magnific/zVg







