Marguerite Duras schrieb den Roman Zerstören, sagt sie (1969) als Reaktion auf die gescheiterten revolutionären Aufstände von 1968. In einer bildgewaltigen u. poetischen Sprache verhandelt sie Angst und Ohnmacht in einem eleganten bürgerlichen Milieu. Der Text zeigt die Unfähigkeit der gesellschaftlichen Mitte zu Solidarität und Liebe – und wie die Sehnsucht nach Nähe jederzeit in Aggression umschlagen kann. Für die Lesung wird die Handlung auf die Dialoge zweier Paare konzentriert. Eine Mistress of Ceremony berichtet ergänzend über die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica. Diaprojektionen stellen historische und gegenwärtige Verwerfungen einander gegenüber. Interventionen unterbrechen die Haupthandlung; in ihrem Zentrum steht Bertolt Brechts groteskes Lustspiel Mann ist Mann (1926) über den „Umbau“ friedfertiger Menschen zu Befürwortern u. Bestandteilen der Kriegsmaschinerie.
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